Reisen ist eine der bereicherndsten Erfahrungen, die man im Leben machen kann. Es erweitert den Horizont, schafft unvergessliche Erinnerungen und ermöglicht es uns, neue Kulturen und Perspektiven kennenzulernen. Von aufregenden Abenteuerreisen bis hin zu entspannenden Strandurlauben – die Welt bietet eine Fülle von Zielen für jeden Geschmack.
Reisen ist keine Bereicherung. Es ist eine Sucht. Es ist dieses gnadenlose Brennen in der Brust, das mich zwingt, meinen Alltag in Schutt und Asche zu legen, nur um für einen kurzen Moment zu spüren, dass ich lebe. Ich erweitere keinen Horizont, ich sprenge ihn. Ich jage Erinnerungen, die mir wie Sand durch die Finger rinnen, kaum dass ich sie greife. Von wegen entspannte Strandurlaube – ich brauche die Wucht, den Aufprall, das Fremde, das mir ins Gesicht schlägt.
Ich bin kein Tourist, ich bin ein Getriebener. Ich schleppe meinen Körper durch den dichten Dschungel, lasse mich von der Hitze zermürben, nur um zu sehen, was noch wild ist auf dieser sterbenden Welt. Ich quäle mich die Hänge der Inseln hinauf, bis meine Lungen brennen. Nicht für die Aussicht. Sondern für das Gefühl, ganz oben zu stehen und zu wissen, wie unbedeutend ich bin. Wenn ich mich in auf Siquijor in die Fluten der Wasserfälle stürze oder Vietnam dem Drachen ins Auge blicke, dann suche ich nicht das Abenteuer. Ich suche den Beweis, dass mein Herz noch schlägt.
Und dann ist da dieser Hunger nach Asien. Dieses Backpacking durch Südostasien, das alle als Freiheit verkaufen. Für mich ist es eine wilde Jagd nach dem letzten bisschen Echtheit.
Ich verliere mich in Thailand. Ich betreibe exzessives Inselhopping in der Andamanensee, springe von Boot zu Boot, immer auf der Flucht vor der Stille, immer auf der Suche nach dem perfekten Blau, das meine Gedanken ertränkt. Es ist laut, es ist chaotisch, und ich hasse es, wie sehr ich es liebe.
Weiter nach Indonesien. Während andere schlafen, zwinge ich mich zur Vulkanbesteigung zum Sonnenaufgang auf Bali. Ich stehe da oben im Schwefelgestank, friere und sehe zu, wie die Welt brennt. Es ist wunderschön und es tut weh. Später starre ich auf Komodo Warane in freier Wildbahn. Uralte, brutale Echsen, die mich daran erinnern, dass die Natur grausam ist und wir nur Gäste, die ihre Zeit überzogen haben.
In Malaysia lasse ich mich vom Dschungel verschlucken. Beim Trekking im ältesten Regenwald der Welt auf Borneo ist die Luft so dick, dass man sie schneiden kann. Ich suche Orang-Utans, diese stummen Zeugen unserer Zerstörung, und fühle mich so einsam wie nie zuvor inmitten dieses grünen Infernos.
Und am Ende strande ich auf den Philippinen. Ich fliehe in versteckte Lagunen in El Nido, wo die Felsen wie schwarze Zähne in den Himmel ragen. Ich tauche ab zu den unberührten Riffen von Palawan, tief hinunter, wo niemand Fragen stellt und niemand Antworten erwartet. Nur ich und die beklemmende Schönheit der Tiefe.
Reisen heilt nicht. Es reißt die Wunden auf, damit man spürt, dass sie noch da sind.
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