Wenn du mit der Fotografie beginnst, wirst du schnell auf drei wichtige Begriffe stoßen: Blende, Belichtungszeit und ISO. Diese drei Einstellungen bilden das sogenannte Belichtungsdreieck – sie bestimmen, wie hell oder dunkel dein Foto wird und wie es wirkt. Wer sie versteht, kann bewusst mit Licht, Bewegung und Schärfe spielen – der Schlüssel zur professionellen Fotografie.
Die Blende regelt, wie viel Licht in die Kamera fällt. Sie wird in f-Zahlen angegeben (z. B. f/2.8, f/8, f/16).
Eine große Blende (kleine Zahl, z. B. f/2.8) lässt viel Licht herein und sorgt für einen unscharfen Hintergrund – perfekt für Porträts oder Detailaufnahmen.
Eine kleine Blende (große Zahl, z. B. f/11 oder f/16) lässt weniger Licht hinein, dafür ist mehr vom Bild scharf – ideal für Landschaftsfotografie.
Die Belichtungszeit gibt an, wie lange der Kamerasensor Licht empfängt.
Eine kurze Belichtungszeit (z. B. 1/1000 s) friert Bewegung ein – etwa bei Sport oder Streetlife.
Eine lange Belichtungszeit (z. B. 1/30 s oder mehrere Sekunden) erzeugt Bewegungsunschärfe – etwa fließendes Wasser oder Lichtspuren bei Nacht.
Der ISO-Wert bestimmt, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert.
Niedriger ISO (z. B. 100–200): klare, rauschfreie Bilder – ideal bei Tageslicht.
Hoher ISO (z. B. 1600 oder mehr): hellt dunkle Szenen auf, kann aber Bildrauschen erzeugen.
Diese drei Werte müssen im Gleichgewicht stehen. Wenn du z. B. die Blende öffnest, musst du oft die Belichtungszeit verkürzen oder den ISO-Wert senken, um die perfekte Belichtung zu erreichen.
Wer das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO beherrscht, fotografiert nicht mehr zufällig – sondern gestaltet bewusst. Das ist der entscheidende Schritt vom Anfänger zum Fotografen mit eigenem Stil.
| Situation | Werte (Richtwert) | ISO |
|---|---|---|
| 🌤️ Licht & Wetter | ||
| Sonne pur | f/8 - f/11 • 1/500s | 100 |
| Leicht bewölkt | f/5.6 - f/8 • 1/250s | 200 |
| Dämmerung | f/1.8 - f/2.8 • 1/60s | 800+ |
| Nacht (Stadt) | f/8 • 10-30 Sek | 100 |
| 🌄 Landschaft | ||
| Tagsüber | f/11 • 1/125s | 100 |
| Sonnenuntergang | f/8 • 1/60s | 100 |
| Sterne/Astro | f/1.8 • 15-20 Sek | 3200 |
| 👤 Porträt (Menschen) | ||
| Sonne (Hart) | f/4 • 1/500s | 100 |
| Schatten/Weich | f/1.8 • 1/200s | 100 |
| Innenraum | f/1.8 • 1/60s | 800 |
| 🏃 Action & Sport | ||
| Gehen/Laufen | f/4 • 1/500s | 400 |
| Sport/Tiere | f/2.8 • 1/1000s | 800 |
| Mitzieher | f/8 • 1/30s | 100 |
Diese Werte gelten für Spiegelreflex und spiegellose Systemkamera
Es ist egal, ob du eine Spiegelreflex (DSLR) (z. B. Canon EOS, Nikon D) oder eine spiegellose Systemkamera (DSLM) (z. B. Sony Alpha, Fuji, Canon R) hast.
Warum ist das so?
Die Physik des Lichts ändert sich nicht.
$f/8$ lässt bei beiden Kameras gleich viel Licht durch.
1/250 Sekunde ist bei beiden gleich lang.
ISO 100 ist bei beiden die Standard-Empfindlichkeit.
Doch, einen kleinen, aber der liegt nicht an "Spiegelreflex vs. Systemkamera", sondern an der Sensorgröße (Vollformat vs. APS-C vs. MFT).
Hier ist, was du beachten musst, wenn du die Tabelle nutzt:
Hintergrund-Unschärfe (Bokeh):
Bei einer Vollformat-Kamera (großer Sensor) wird der Hintergrund bei $f/2.8$ sehr unscharf.
Bei einer kleineren Kamera (z. B. APS-C oder Micro Four Thirds) ist bei $f/2.8$ der Hintergrund etwas schärfer.
Für die Tabelle bedeutet das: Die Belichtung stimmt, aber der "Look" kann leicht variieren.
Rauschen (ISO):
Systemkameras sind oft neuer und verkraften hohes ISO (z. B. 3200) besser als alte Spiegelreflexkameras.
Tipp: Wenn du eine ältere Kamera hast, bleib bei ISO lieber unter 1600.
Ja, bedingt.
Wenn dein Handy einen "Pro-Modus" (manuellen Modus) hat, kannst du genau diese Werte einstellen!
Handys haben aber meist eine feste Blende (oft $f/1.7$ oder $f/2.8$), die man nicht ändern kann.
Daher regelt man am Handy die Helligkeit fast nur über ISO und Zeit.
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