Ist Philippinen Reise gefährlich?

Das ist eine sehr berechtigte Frage. Wenn man die Nachrichten liest, hört man oft von Drogenkrieg, Taifunen oder Entführungen.

Die kurze Antwort: Für normale Touristen, die auf der "Standard-Route" (Palawan, Visayas, Luzon) bleiben, sind die Philippinen sicher.

Die Gefahr ist jedoch ungleich verteilt. Man muss unterscheiden zwischen "echter Gefahr für Leib und Leben" und "alltäglichen Ärgernissen".

Hier ist eine realistische Risikoeinschätzung:

 

1. Die wirklichen "No-Go-Areas" (Terror & Entführung)

 

Das Auswärtige Amt warnt regelmäßig vor bestimmten Gebieten. Diese Warnungen sollten Sie ernst nehmen.

  • Wo: Der äußerste Südwesten von Mindanao (Zamboanga-Halbinsel) und der Sulu-Archipel (Inseln wie Basilan, Tawi-Tawi, Jolo). Hier operieren islamistische Gruppen (Abu Sayyaf).

  • Für Sie: Diese Gebiete liegen hunderte Kilometer weit weg von den Touristenpfaden (Palawan, Cebu, Boracay). Als normaler Tourist kommen Sie dort nicht zufällig vorbei.

  • Davao & Siargao: Diese Orte liegen zwar technisch gesehen in der Region Mindanao, gelten aber als sicher und werden stark von Touristen frequentiert.

2. Wie sicher sind die Philippinen für Touristen-Kriminalität: Manila vs. Die Inseln

 

Die Sicherheitslage ändert sich drastisch, sobald Sie die Hauptstadt verlassen.

  • Manila: Hier ist Vorsicht geboten. Es ist eine riesige Metropole mit viel Armut.

    • Gefahr: Taschendiebstahl, "Snatch Theft" (Handy wird aus der Hand gerissen, oft von Motorradfahrern), Kreditkartenbetrug.

    • Regel: Tragen Sie keinen Schmuck offen. Nutzen Sie Handys nicht am Straßenrand. Meiden Sie nachts dunkle Ecken.

    • Die "Ativan-Gang": Ein bekannter Scam in Manila. Extrem freundliche Einheimische laden Sie zum Essen/Trinken ein. Das Getränk ist mit Betäubungsmitteln versetzt, Sie wachen ohne Geld und Wertsachen auf. Nehmen Sie niemals offene Getränke oder Essen von Fremden an.

  • Die Inseln (Palawan, Bohol, etc.): Hier ist es extrem entspannt. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Gewaltverbrechen gegen Touristen sind hier sehr selten. Diebstahl kommt vor (wie überall), ist aber kein massives Problem.

 

3. Die unterschätzte Gefahr: Der Verkehr

 

Statistisch gesehen ist der Straßenverkehr das größte Risiko für Sie auf den Philippinen.

  • Motorrad mieten: Auf Inseln wie Siargao oder Siquijor mieten viele Touristen Roller. Die Straßen sind oft schlecht, es gibt streunende Hunde, und Einheimische fahren ohne Licht. Unfälle sind die Nummer 1 Ursache für Krankenhausbesuche. Fahren Sie nur, wenn Sie Erfahrung haben, und tragen Sie immer einen Helm.

  • Fähren: Früher berüchtigt, heute besser. Achten Sie dennoch darauf, bei Sturmwarnungen nicht auf kleine Boote ("Bangkas") zu steigen, auch wenn der Kapitän sagt "It's okay".

 

4. Drogen (Null Toleranz)

 

Das ist extrem wichtig: Die Philippinen haben eines der strengsten Drogengesetze der Welt.

  • Die Regel: Fassen Sie nichts an. Kein Marihuana, keine Pillen, gar nichts.

  • Schon der Besitz kleinster Mengen kann zu langjährigen Haftstrafen unter widrigsten Bedingungen führen. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen oder Angebote ein.

 

5. Naturkatastrophen

 

  • Taifune: Die Saison ist grob von Juni bis November/Dezember. Ein Taifun kann den Urlaub ruinieren (Fähren fahren nicht, Flüge gestrichen). In der Trockenzeit (Januar–Mai) ist das Risiko gering.

  • Erdbeben/Vulkane: Die Philippinen liegen auf dem "Feuerring". Kleinere Erdbeben sind normal. Vulkanausbrüche (wie beim Taal Vulkan) kündigen sich meist an und Gebiete werden gesperrt.


 

Fazit: Wie gefährlich ist es wirklich?

 

Wenn Sie...

  1. den Süden von Mindanao meiden,

  2. in Manila wachsam sind (wie in Barcelona oder Paris auch),

  3. beim Motorradfahren extrem vorsichtig sind,

  4. und die Finger von Drogen lassen,

...dann sind die Philippinen ein sehr sicheres und unglaublich gastfreundliches Reiseland. Ich habe mich dort nie unsicher gefühlt, besonders nicht auf den Inseln, wo die "Filipino Hospitality" weltberühmt ist.